Wenn die Traurigkeit kommt

Hallo meine Lieben, seit ein paar Tagen habe ich das Gefühl der Traurigkeit in mir. Ich taste mich heran! Es ist komisch zu spüren, dass ich traurig bin, obwohl es keinen rechten Grund gib. Ich könnte weinen – so traurig bin ich. Heute war ich bei meiner Therapeutin und habe lange mit ihr darüber gesprochen. Sie sagt, dass dies eine völlig normale und menschliche Reaktion sei. Ich wäre nun soweit meine Gefühle besser zu spüren, als zum Anfang meiner Therapie. Warum ich weine? Ich weine um mich – um das, was mir angetan wurde. Ich habe kurze Gedankenblitze, ein Bild schießt durch meinen Kopf, das aus vergangenen Tagen aufleuchtet und mich zum Weinen bringt. Bin ich allein, gelingt es mir manchmal zu weinen, aber nicht lange, denn weinen bedeutet für mich schwach sein. Ich schäme mich, wenn ich geweint habe. Weinen ist ein menschliches Gefühl. Es gehört zu mir. Ich muss die Traurigkeit nur zulassen. Wie soll das gehen? Das frage ich mich gerade auch noch. Weinen ist so ein beschämendes Gefühl. Ich möchte nicht, dass andere Menschen meine Tränen sehen. Meine Therapeutin meint, ich kann mir die Orte aussuchen, wo ich weinen möchte. Und ich sollte mir Zeit lassen. Als imaginäres Bild gab sie mir leere Fässer mit – leere Fässer, die mit meinen Tränen gefühlt werden dürfen. Ich muss ganz ehrlich sagen, dass ich mit dem Gefühl der Traurigkeit wohl am Meisten Probleme haben werde. Ich möchte nämlich kein Mitleid von anderen Menschen. Ich habe Angst, falls mich die Anderen mal weinen sehen oder bemerken sollten, dass ich gerade geweint habe. Und auch hier konnte mir meine...
Yssilo – Parallele Welt Robert Rottensteiner

Yssilo – Parallele Welt Robert Rottensteiner

Kennt ihr diese Buchhandlungen, in denen die Angestellten die Bücher selbst rezensieren? In einigen Büchern stecken dann so kleine Zettelchen, die zum Kauf animieren. So ging es mir bei diesem Buch. Ich musste es haben. Leider war es mir immer zu teuer. Aber ich hatte Glück, denn eine nahe Buchhandlung schloss und es gab eine Art Räumungsverkauf. Ich schlug zu und holte mir das Buch. Bis letzte Woche schlummerte es selig auf meinem SUB. Ich war gespannt und freute mich sehr. Der Rückentext versprach einiges. „Für Menschen, die das Träumen nicht verlernt haben“ – genau darauf hatte ich Lust. Ich begann zu lesen und las und las weiter – in einem Rutsch war ich auf Seite 173. Das Buch fesselte mich. Ich konnte es kaum noch aus der Hand. Doch dann? Was war da los? Auf einmal kam meine Begeisterung ins Stocken. Ich begann quer zu lesen, ja überblätterte sogar ganze Kapitel. Ihr fragt euch warum? Hm, vielleicht beginne ich mal mit dem Inhalt und um was es in dem Buch eigentlich geht. Hauptfiguren sind die drei Freunde Max, Ali und Felis. Die drei finden eine geheimnisvoll aussehende Schüssel. Was kann das sein? Die Kinder beginnen dieses seltsame Ding genauer zu untersuchen und finden heraus, dass es sich um einen Computer handelt. Zu was ist dieser Computer nur da? Und warum schaut da ein Auge heraus? Doch halt, was passiert? Das Gerät teleportiert die drei in eine andere Welt, es scheint sogar sie wären auf einem anderen Planeten. Bis dahin war ich von der Geschichte gebannt und gespannt auf die unbekannte Welt. Doch leider zog sich das soooo lange...
Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins – Milan Kundera

Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins – Milan Kundera

Das Buch startet mit einer Betrachtung von Nitzsche: „alles wird sich irgendwann so wiederholen, wie man es schon einmal erlebt hat, und auch diese Wiederholung wird sich unendlich wiederholen!“ Da ich philosophisch kein fundiertes Vorwissen habe, lies ich diesen einleitenden Satz erst einmal stehen. Später schlug ich Nitzsches „unendliche Wiederkehr“ dann doch nach 🙂 . Eine stetige Wiederholung des Lebens würde bedeuten, dass es keine Entwicklung der Menschen gibt. Das Leben verläuft in den ewig gleichen Bahnen. Eine furchtbare Vorstellung, wie ich finde. Nitzsche nannte diesen Gedanken der „ewigen Wiederkehr“ auch das „schwerste Gewicht“. Die Schwere drückt den Menschen zu Boden. Gleichzeitig bedeutet das Schwere aber auch, dass der Mensch durch den Druck näher an der Erde, also den irdischen Dingen, ist. Im Umkehrschluss würde dies aber bedeuten, das Leichtigkeit eine Entfernung zur Erde darstellt. Leichtigkeit bedeutet dann schwerelos zu sein, emporzusteigen. Bevor ich überhaupt mit der Geschichte über Thomas und Teresa starteten konnte, kreisten meine Gedanken über die Wahl des Schweren oder des Leichten. Erster Teil – Das Leichte und das Schwere In diesem Teil lernen sich die beiden Hauptfiguren Thomas und Teresa kennen. Beide haben völlig verschiedene Ansichten zum Thema Liebe und Beziehung. Thomas trennt seine Körperlichkeit und seine Gefühle in den Beziehungen zu Frauen. Einzige Ausnahme ist Teresa die zum „Kind wird, das er beschützen möchte“. Er kann ohne seine erotischen Abenteuer mit wechselnden Partnerinnen nicht leben. Teresa kann damit nur schlecht umgehen. Sie erträgt wissentlich seine Ausflüge zu den anderen Frauen. In meiner Interpretation steht Thomas in dieser Situation für die Leichtigkeit und Teresa für das Schwere. Thomas genießt das Leben, ohne seine Bedürfnisse zurückzustecken. Teresa...