Alle Jahre wieder …

Gestern war Silvester. Irgendwie werde ich an diesem Tag immer depressiv bzw. ich verspüre eine depressive Stimmung.

Weltuntergang!

So kommt es mir vor. Ich fühle mich innerlich weinerlich, so auch jetzt, während ich diesen Eintrag schreibe.

Veränderung!

Ich habe Angst – schreckliche Angst. Klar, es ändert sich nicht grundlegend irgendetwas, aber es liegt wie ein Klotz vor mir.

Versagen!

Ich habe es geschafft in meinem Urlaub, den ich mir im Dezember genommen habe sehr sporadisch mit meiner Mutter zu telefonieren. Besser geht es mir aber nicht. Ich bin geplagt und schwermütig. Mein Gewissen beißt. Ich stelle mir vor, dass sie traurig ist, von allen verlassen, am Meisten von mir. Aber anrufen fällt so schwer. Zu weit weg bin ich, zu viele Wunden bluten noch in mir, zu viele Worte sind gesagt, die nie oder nur sehr schwer verziehen werden können. Und doch tut es weh, es tut weh, die Familie im Stich zu lassen.

Vergessen!

Funktioniert nicht. Ich kann verdrängen, aber niemals vergessen.

Verdrängen!

Daran zerbreche ich. Mir fällt es so schwer, die Dinge zu verarbeiten. Ich fühle mich schwach. 2 Jahre Therapie und mir fällt teilweise noch immer die Kraft. Das enttäuscht mich. Was soll ich nur tun. Gerade steigen schreckliche Gedanken in mir hoch – springen, leicht und frei sein.

Mein Gewissen frisst mich auf!

Meine Mutter!

Was mich am Meisten ärgert, ist, dass ich mit ihr nicht reden kann. Versuche ich ihr von meinen Sorgen oder Problemen mit meinem Leben zu erzählen, reagiert sie hysterisch oder flippt total aus – „Das wären nun meine Problem“, „Ich muss damit fertig werden“, „Sie sei dafür nicht verantwortlich“.

Ist es denn so schwer zu verstehen, dass ich keine Vorwürfe machen möchte, sondern einfach nur auf ein wenig Verständnis hoffe. Verständnis von der eigenen Mutter, die miterlebt hat, wie mein Vater mich jahrelang behandelt hat. Verständnis dafür, dass ich Probleme mit dem Leben habe – manchmal sogar gar nicht mehr leben will. Ich stoße auf Desinteresse – ein Verdrängungsprozess ihrerseits. Es ist so schwer allein zu sein. Keinen familiären Rückhalt zu haben.

Blicke ich zurück, spüre ich Fesseln um meine Gedanken, um meinen Willen. Nie durfte ich eigene Entscheidungen treffen und wenn ich es tat, wurde künstlich ein schlechten Gewissen provoziert – „wenn du das so machst, wirst du schon sehen, was passiert“, „ich kann dir nicht mehr helfen“, „bei mir sind alle Türen zu“, „zu mir brauchst du dann nicht mehr kommen“. Mein Wille, meine Entscheidungskraft war aus Angst gebrochen. Es fehlte der rettende Boden – der Rückhalt – die Hand, die dich sicher auffängt und trägt.

Gebrochener Wille, Angst Entscheidungen zu treffen!

Meine Fantasie und die Fähigkeit in einer anderen Welt eine andere zu sein – eine starke Kriegerin – das konntet ihr mir nicht nehmen.

Meggie – ich bin weiter stark!

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