Geschenke? Nein, danke!

Hallo meine Lieben,

ihr kennt sicher den Spruch „kleine Geschenke erhalten die Freundschaft“. Auch verschiedene Anlässe, wie Geburtstage, Weihnachten oder Ostern „verpflichten“ zu schenken bzw. beschenkt zu werden.

Ich beschäftige mich seit geraumer Zeit mit dem Thema, denn mir selbst fällt es schon immer sehr schwer Geschenke anzunehmen.

Fangen wir am Besten ganz vorne an:

Ostern steht vor der Tür und vor ein paar Tagen, blitze ein Ereignis in meiner Erinnerung auf – die jährliche Osternestsuche bei meinen Großeltern. Die Körbchen waren einfach versteckt – sie standen sozusagen offensichtlich unter einem Strauch bzw. Baum. Eine leichte Sache also, aber nicht für mich – für mich war es ein Graus. Allein schon auf dem Weg zur „fröhlichen“ Suche, befiel mich ein Gefühl der Enge und inneren Anspannung – „ich muss interessiert wirken“, „ich darf das Körbchen auf keinen Fall gleich finden“.

Mit diesen Gedanken, verbrachte ich den Weg, zu einer eigentlich schönen Angelegenheit für Kinder.

Nach meiner „Show“ – „wo ist den das Körbchen“, „das habt ihr aber wieder gut versteckt in diesem Jahr“, kam der Teil:

Freude zeigen

Ich habe bis heute ein gespaltenes Verhältnis zur „Freude“. In meiner Kindheit war es nie richtig und nie genug, wenn ich Freude empfand. Meine Eltern setzten alles daran immer und immer wieder nachzufragen „gefällt dir dein Geschenk auch?“ „freust du dich?“ „das haben wir toll ausgesucht, oder?“

Anspannung

Mit der Zeit lernte ich meine „Show der Freude“ perfekt zu inszenieren. Ich wollte den Erwartungen meiner Eltern gerecht werden, schließlich haben sie für mich viel Geld ausgegeben und so ist es doch nur selbstverständlich, dass ich mich angemessen freuen muss. Außerdem wollte ich weder meine Eltern, noch meine Großeltern bloßstellen, wenn sie sich vielleicht doch einmal vergriffen hatten.

Angemessenheit

Das habe ich leider nie gelernt oder besser gesagt: nie wirklich empfinden dürfen. Meine Freude war immer übertrieben, allumfassend – ich würde gar sagen unendlich!

Unendliche Dankbarkeit

Bekam ich etwas geschenkt, hieß das gleichzeitig – Gehorsam. Widersprach ich bei einer Gelegenheit oder „funktionierte“ nicht wie gewünscht, hieß es prompt „du hast doch gerade etwas geschenkt bekommen – nun sei doch mal dankbar und nicht so undankbar“.

Heute kommt es mir manchmal so vor, gekauft geworden zu sein, vielleicht klingt es etwas hart, aber genau so fühle ich.

Rumms

Das sitzt und zwar echt tief. Bis heute. Am Liebsten bekomme ich gar keine Geschenke, da mich die Geschenke Situation unendlich belastet und überfordert.

In meiner Therapie habe ich dieses Thema, welches mir sehr am Herzen liegt selbstverständlich auch besprochen. Ich finde es traurig so zu fühlen und keinen Umgang mit Freude zu haben.

Einige gute Handlungsmöglichkeiten haben wir dennoch gefunden, denn ich möchte wie bei all meinen anderen Problemen aktiv daran arbeiten.

Wie handeln?

1. Nur EIN Geschenk geschenkt bekommen und das am Besten unverpackt. Verpackte Geschenke erhöhen meine Anspannung – da ich nicht weiß, was ich geschenkt bekomme, kämpfe ich mit zwei Problemen: 1. Freude! Du musst dich verdammt noch einmal freuen und 2. Oh Gott, was ist da drin.

2. Erst einmal gar keine Geschenke! Mit dieser Lösung fühle ich mich innerlich übrigens am wohlsten. Und wenn mir doch jemand was schenken möchte, dann bitte nur mit Absprache.

Zuviel verlangt?

Nein, ich finde das ist nicht zuviel verlangt. Den Menschen, die mir nahe stehen, werde ich das kommunizieren. Wenn jeder bescheid weiß, kann danach gehandelt werden. Unfair oder unverschämt wäre es, wenn ich es nicht sage und von meinem Gegenüber erwarte, dass er es wissen sollte.

Ich bin ehrlich gesagt gespannt, wie sich dieses Kapitel in meinem Leben weiterentwickelt. Ihr dürft gespannt sein, genau wie ich es bin :). Ich werde euch auf dem Laufenden halten 🙂

Meggie

Submit a Comment

Your email address will not be published. Required fields are marked *