Irrungen und Wirrungen

Hallo meine Lieben,

gestern konnte ich noch nicht Schreiben.

Am Dienstag teilte ich euch ja mit, dass ich an der Kante in die Schwarze Spirale sitze. Zum Glück hatte ich am Dienstag Therapie. Ich weis nicht, was sonst passiert wäre. 

Ich liebe es leider zu Grübeln. In meinem Fall muss ich das Wort leider eigentlich groß schreiben. Das fatale dabei, es hilft überhaupt nicht – ganz im Gegenteil – ich manövrieren mich in eine Situation – einen Sumpf, der mich verschlingt.

Ich trage soviel Ärger in mir – Ärger, den ich nie rausgelassen, sondern eher fein säuberlich aufgeschichtet habe. Jetzt fragst du dich vielleicht, wieso lässt sie den nicht einfach raus und spricht mit der Person, die ihr das alles angetan hat. Leichter gesagt als getan. Wie du vielleicht schon weist, ist mein Vater gestorben. Mit meiner Mutter kann ich darüber auch nicht sprechen. Sie will von den ganzen Geschehnissen nichts wissen. Sie tut meine Probleme als „das bildest du dir ein“, „das sind deine Probleme“ ab. Ich denke sie leidet selbst sehr stark. Auch bei ihr liegt sehr viel Unverarbeitetes unter der Oberfläche. Das entschuldigt meiner Meinung nach aber nicht, dass sie meine Probleme und mich nicht sieht. (Ich denke ich werde der Beziehung zu meiner Mutter auch noch einmal einen extra Post widmen.)

Meinen Ärger trage ich also mit mir herum. Wenn ich innerlich explodiere, dann richte ich den ganzen Ärger gegen mich selbst – „du dummes Ding“ du hast nichts besseres verdient. Nicht selten mischt sich eine Todessehnsucht darunter. Wie schön wäre es von ganz oben zu springen, die Arme auszubreiten und am Ende nichts mehr zu spüren, außer endlich Ruhe und Frieden. Lange war dieser Gedanke für mich die Lösung. In meinem Leben hat sich allerdings einiges verändert. Ich liebe meinen Mann und dafür lohnt es sich am Leben zu bleiben.

Ein weiterer Umgang mit dem Ärger ist die Flucht in Phantasiewelten, ich stelle mir dann vor, wie schön es wäre eine intakte Familie zu haben. Ich selbst sehe mich in diesen Situationen als kleines Kind. Leider ist dies auch keine Lösung um mit dem Ärger umzugehen, denn ich reg mich nur noch mehr auf. Bereue dass ich keine Eltern habe, die auch im Erwachsenenalter  noch hinter mir stehen – mich beschützen und mich in meinen Entscheidungen unterstützen.

Es ist Zeit für mich in die Realität zurückzukehren. Allein fällt mir das immer sehr schwer. Meist bin ich tagelang traurig. Meine Therapeutin sagt, ich muss für mich sorgen. Ich muss gut zu mir sein – wie eine sorgende Mutter. Wenn ich darüber nachdenke, wird mir klar, dass sie recht hat. Leider kann ich die Vergangenheit nicht mehr ändern. Ich muss nach vorne schauen und das Beste aus meinem verbleibenden Leben machen. Ich habe nun auch innerlich begriffen, dass die Vergangenheit ein Sumpf aus widerlichen Wesen ist. Mich an euch zu wenden und offen von meinen Erlebnissen zu erzählen bringt mich der Realität ein ganzes Stück weiter. Die Vergangenheit und deren Schatten werden immer ein Bestandteil meiner Person sein, aber ich kann Kämpfen ich kann für mich eine gute Kriegerin sein, die ihr heilendes Licht über mich ergießt. Diese Vorstellung gefällt mir!

Bis bald! Eure Meggie

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