Splitterfasernackt – Lilly Lindner

Ein sehr persönliches Buch bei dem mir eine Einschätzung oder Rezension schwer fällt.

 

Lilly Lindner verarbeitet in ihrem Buch „Splitterfasernackt“ ihren jahrelangen Missbrauch durch ihren im selben Haus wohnenden Nachbarn. Lilly wird im Alter von sechs Jahren das erste Mal missbraucht. Die Vergewaltigungen behält sie für sich und leidet im Stillen. Lilly hasst ihren Körper und kann keine liebevolle Beziehung zu ihm aufbauen. Sie verletzt sich selbst und wird Bulimie krank. Lilly versteckt all dies vor ihren Eltern und allen anderen Bezugspersonen. Für ihre bulimischen und magersüchtigen Ausbrüche hat Lilly zwei Gestalten in ihrem Körper geschaffen – sie nennt sie Mia (Bulimie) und Ana (Anorexie). Mia und Ana sprechen zu Lilly als selbstverletztende und herabwürdigende Persönlichkeiten. Mit fortschreitender Krankheit wird Lilly immer unzufriedener mit sich und ihrem Körper, sie hat keine Brüste mehr und ihre Periode bleibt seit langem aus.

 Lilly fast mit 21 Jahren den Entschluss sich zu prostituieren. Sie bewirbt sich erfolgreich im Edelbordell „PASSION“. Ana und Mia bleiben als „beratende“ Persönlichkeiten stehts an ihrer Seite. Ihre selbstzerstörende „Karriere“ nimmt ihren Lauf.

Ich bin von diesem Buch sehr berührt. Vielleicht auch, weil ich die zwei Perönlichkeiten in Lilly nur zu gut kenne. Ana besser als Mia. Ich kann sehr gut nachvollziehen, wie sich Lilly fühlt und wie sie sich nichts sehnlicher wüscht als sich selbst zu verletzten um nur irgendetwas zu fühlen. Dieses Buch wirkt sehr lange nach. Es handelt sich um keinen Roman, sondern um ein Buch mit Autobiographischen Zügen, die erschreckend und aufrüttelnd zugleich sind. Lilly schreibt selbst: „ Dieses Buch schildert die eigenen Erfahrungen und Erinnerungender Autorin. Mag sich die ein oder andere Begebenheit auch tatsächlich anders zugetragen haben, so sind doch alle Schilderungen, Vorkomnisse, Figurenbezeichnungenund Dialoge im Buch an die Wirklichkeit angelehnt.“ (entnommen aus Splitterfasernackt)

Viele literarische Grüße! Meggie

2 Comments

  1. Das klingt ja wirklich sehr spannend! Ich denke, die wenigsten Menschen haben eine Ahnung davon, was Misshandlungen (physischer, aber auch psychischer Art) für Folgen haben, dass die Betroffenen ein Leben lang damit zu kämpfen haben und auch Jahre später noch an d Erlebten zugrunde gehen können… Solche Bücher können vielleicht einen Beitrag dazu leisten, die Gesellschaft zu sensibilisieren. Ich weiß nicht, wie das Buch vermarktet wurde – ich hoffe, dass das nicht unter dem Label lief “eine Prostituierte erzählt aus ihrem Leben”…

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  2. Hallo Martin, keineswegs lief dieses Buch unter diesem Label. Lilly möchte mit Hilfe dem Buch Mut machen. Lilly stellt ihr Buch auch in Schulklassen vor und klärt auf, dass es keine Schande darstellt vergewaltigt worden zu sein…

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