Wenn die Traurigkeit kommt

Hallo meine Lieben,

seit ein paar Tagen habe ich das Gefühl der Traurigkeit in mir.

Ich taste mich heran!

Es ist komisch zu spüren, dass ich traurig bin, obwohl es keinen rechten Grund gib. Ich könnte weinen – so traurig bin ich.

Heute war ich bei meiner Therapeutin und habe lange mit ihr darüber gesprochen. Sie sagt, dass dies eine völlig normale und menschliche Reaktion sei. Ich wäre nun soweit meine Gefühle besser zu spüren, als zum Anfang meiner Therapie.

Warum ich weine?

Ich weine um mich – um das, was mir angetan wurde. Ich habe kurze Gedankenblitze, ein Bild schießt durch meinen Kopf, das aus vergangenen Tagen aufleuchtet und mich zum Weinen bringt. Bin ich allein, gelingt es mir manchmal zu weinen, aber nicht lange, denn weinen bedeutet für mich schwach sein. Ich schäme mich, wenn ich geweint habe.

Weinen ist ein menschliches Gefühl. Es gehört zu mir. Ich muss die Traurigkeit nur zulassen.

Wie soll das gehen?

Das frage ich mich gerade auch noch. Weinen ist so ein beschämendes Gefühl. Ich möchte nicht, dass andere Menschen meine Tränen sehen. Meine Therapeutin meint, ich kann mir die Orte aussuchen, wo ich weinen möchte. Und ich sollte mir Zeit lassen. Als imaginäres Bild gab sie mir leere Fässer mit – leere Fässer, die mit meinen Tränen gefühlt werden dürfen.

Ich muss ganz ehrlich sagen, dass ich mit dem Gefühl der Traurigkeit wohl am Meisten Probleme haben werde. Ich möchte nämlich kein Mitleid von anderen Menschen. Ich habe Angst, falls mich die Anderen mal weinen sehen oder bemerken sollten, dass ich gerade geweint habe. Und auch hier konnte mir meine Therapeutin einen guten Tipp mitgeben: Ich solle nicht Mitgefühl mit Mitleid verwechseln.

Mitgefühl, der Definition nach, die Fähigkeit Gefühle, Gedanken oder Emotionen einer anderen Person zu verstehen. Das Resultat kann dann ein Hilfeimpuls, Trauer oder eben Mitleid sein.

Der erste Impuls eines anderen Menschen auf mich muss also nicht „ach du arme Kleine“ (Mitleid) sein, sondern kann auch mit dem Verständnis für die Situation oder dem Geschehenen beginnen – „ Ich kann das gut verstehen, dass du deshalb weinst“, „Lass den Tränen freien Lauf“ (Mitgefühl).

Das Gefühl willkommen heißen?

Was wäre das denn? Hallo Träne ich heiße dich herzlich willkommen. Mit dem Gedankenspiel muss ich mich noch anfreunden. Ich werde euch auf dem Laufenden halten.

Eure Meggie

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